Die Industriepalette – die wichtigsten Informationen

Bei der Industriepalette handelt es sich um eine genormte Vierwegpalette. Ebenso wie die Europalette ist sie genormt. Das heißt, sie hat spezielle Maße und muss bestimmte Anforderungen erfüllen. Nur dann darf sie auch in der Industrie eingesetzt werden.

Die Europalette und die Industriepalette unterscheiden sich vor allem in ihren Maßen. Die Unterschiede sind in der Breite zu finden. Die Industriepaletten werden durch die European Pallet Association standardisiert. Hier gibt es zwei unterschiedliche Palettenarten, die als Typ 2 und als Typ 3 markiert werden. Die Maße der Industriepalette sind:

  • Größe Industriepalette Typ 2: 1200 x 1000 x 144 mm
  • Gewicht Industriepalette: 31 kg
  • Die Traglast von Typ 2 liegt bei bis zu 1500 kg bei einer dynamischen Last
  • Die Traglast von Typ 2 liegt bei bis zu 4.000 kg bei einer statischen Last

Typ 3 Industriepalette Maße:

  • Größe Industriepalette Typ 3: 1200 x 1000 x 144 mm
  • Gewicht Industriepalette: 35 kg
  • Die Traglast von Typ 3 liegt bei bis zu 1500 kg bei einer dynamischen Last
  • Die Traglast von Typ 3 liegt bei bis zu 4000 kg bei einer statischen Last

Die Angaben sind jedoch variabel. Das heißt, die Industriepalette kann in der Höhe, aber auch bei dem Eigengewicht durchaus variieren. Unterschiede gibt es auch bei dem verarbeiteten Holz. In der Regel werden hier Kiefernholz, Weichholz oder auch Hartholz genutzt. Durch die Verwendung der unterschiedlichen Holzarten ist es möglich, dass die Traglast variieren kann.

Gabelstabler
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Die Einsatzgebiete der Palette

Trotz der Abweichung in der Breite ist auch die Industriepalette so genormt, dass sie von speziellen Maschinen bewegt werden kann. Die Einsatzgebiete sind hier vor allem die verschiedenen Bereiche der Industrie. Die Paletten können zudem mehr statische Last tragen als die klassische Europalette. Bereiche, in denen eine schwere Beladung notwendig ist, benötigen dann also eine Industriepalette. Werden die Paletten zu Versand genutzt, eignen sich Pallettenversandkartons oder Pallettencontainer.

Kennzeichnungen auf der Palette

Die Industriepaletten sind mit verschiedenen Kennzeichnungen versehen. Die Kennzeichnungen sind zu großen Teilen Pflicht und müssen auf den Paletten vermerkt werden. Die Kennzeichnung wird nach dem EPAL-System vorgenommen. Der linke Eckklotz der Industriepaletten verfügt über die EPAL-Kennzeichnung. Diese Kennzeichnung muss zwar, laut Gesetzt, nicht auf den Paletten vermerkt werden. Dennoch ist es meist so, dass die durchaus gefordert und auch aufgetragen wird. Es gibt einige Länder, wo die Kennzeichnung dargestellt werden muss. Italien ist beispielsweise eines dieser Länder.

Ein weiterer Vermerk auf der Industriepalette ist der Code des Herstellers. Um diesen zu vermerken, wird eine Signierklammer vermerkt. Wichtig zu wissen: Wenn reparierte Industriepaletten in Umlauf gebracht werden, so müssen diese markiert sein. Für diesen Fall gibt es die Prüfnägel. Prüfnägel müssen einmal am mittleren Klotz und einmal an der Längsseite befestigt werden. Ein Blick auf den Eckklotz an der rechten Seite macht deutlich, dass sich hier die Kennzeichnung EUR findet.

Die EPAL Kennzeichnung findet sich ebenfalls am linken Klotz. Hier ist sie mit einer ovalen Umrandung versehen. Einige Unternehmen nutzen die Möglichkeit und versehen die Industriepalette mit einer eigenen Kennzeichnung. Hierfür findet sich beispielsweise Platz am mittleren Klotz. Bekannt sind beispielsweise Kennzeichnungen wie DB für die Deutsche Bahn. So lassen sich die Paletten zuordnen. Auch der Verweis, in welchem Land die Palette gefertigt wurde, kann auf dem mittleren Klotz vermerkt werden. Oft sind an dieser Stelle Ziffern zu finden. Die Ziffernfolge hat ebenfalls eine Bedeutung. Die stellen zum Einen das Herstellungsjahr dar. Auch die Herstellernummer sowie der Monat, in dem die Palette hergestellt wurde, sind auf diese Weise in die Palette integriert. Um deutlich zu machen, dass es sich bei dem verwendeten Holz um ein schädlingsfreies Holz handelt, wird eine IPPC-Kennzeichnung genutzt.

Palette
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Industriepaletten in verschiedenen Nutzungsstufen

Wenn eine Industriepalette verwendet wurde, dann wird sie nicht direkt weggeworfen. Stattdessen gibt es unterschiedliche Einstufungen der Brauchbarkeit einer Palette. Neue Paletten werden in Bereichen genutzt, wo mit empfindlichen Produkten, wie Lebensmitteln, gearbeitet wird. Wenn eine Palette bereits verwendet ist aber noch keine Mängel aufweist, dann handelt es sich hierbei um eine neuwertige Palette. Hierbei ist es wichtig, dass mit dieser Palette nicht mehr als zwei verschiedene Tauschvorgänge vorgenommen wurden. Klassische Industriebetriebe greifen gerne zu einer neuwertigen Palette und sparen so Kosten. Allerdings ist hier die Voraussetzung, dass die Palette keine Splitter aufweist und komplett in Ordnung ist.

Hat eine Palette schon einen Mangel und ist dennoch weiterhin nutzbar, so wird sie als tauschfähig bezeichnet. Sie werden jedoch nicht mehr in Industriebetrieben eingesetzt. Stattdessen greifen Unternehmen und auch Anbieter, wie Speditionen, auf diese Paletten zurück. Verbrauchte Industriepaletten müssen dagegen erst wieder repariert werden, bevor sie wieder in Umlauf gebracht werden können. Die reparierten Industriepaletten müssen gekennzeichnet sein. Zudem dürfen sie ausschließlich von bestimmten Betrieben repariert werden. Diese müssen lizensiert sein. Grund hierfür ist, dass es genaue Vorgaben für die Reparatur einer Industriepalette gibt. Diese Vorgaben beziehen sich auf große Reparaturen, aber auch auf kleine Korrekturen. Schon ein falsch gesetzter Nagel kann die Nutzbarkeit der Industriepalette einschränken.